Agile Coach – wenn gemeinsam Neues und Innovation gelingt

Über den Autor

Nadin-Shirin Zimmermann

Ich schaffe Gestaltungsräume für Menschen und Innovationen.

Superhero, the crazy guy oder Mädchen für alles?

In agilen Organisationen oder Projektteams werden Agile Coaches sowohl für den Transformationsprozess als auch im sich daran anschließenden Target Operating Model eingesetzt. Aber was machen die nun genau?

💡Agile Coach Definition

Agile Coaches  übernehmen eine wichtige Führungsrolle in agilen Organisationen, denn sie unterstützen Teams und Unternehmen dabei, ihre Arbeit entlang agiler Prinzipien auszurichten. Das heißt die Organisation wird anpassungsfähig und selbstlernend. Sie geben on-demand Unterstützung für agil arbeitende Teams und/oder Organisationen mit dem klaren Ziel den erbrachten Wert für die Kunden zu steigern. Sie beseitigen aufkommende  Hindernisse in der Zusammenarbeit und erhöhen schrittweise den Reifegrad  der gesamten Organisation bezogen auf agile Methoden und Prinzipien.

Das Ergebnis eines Agile Coaches sind einerseits geänderte Prozesse, die bei Bedarf selbständig wieder angepasst und adjustiert werden können als auch eine neue Art der Zusammenarbeit. Dies zeichnet sich durch Partizipativität, Diversität und Selbstlernen aus und das sowohl auf Organisations- als auch auf individueller Ebene jedes Mitarbeitenden. Das übergeordnete Ziel des Agile Coaches sind zufriedene Kunden und damit der  langfristige Unternehmenserfolg!

💡hrung ohne Macht? – Servant Leader

Dies ist einer der Paradigmenwechsel auf dem Weg zur Agilität. In agilen Organisationen werden Aufgaben nicht vertikal sondern entlang der Wertströme aus Kundensicht strukturiert und somit unterscheidet sich diese Aufbauorganisation grundlegend von Linien- oder Matrixorganisationen. Das Holocracy-Modell – ein gängiges agiles Organisationsmodell von Brian Robertson – arbeitet zum Beispiel nicht mit typischen Positionsbeschreibungen in Form von Jobtiteln. Statt dessen basiert sein System auf einem Ansatz mit dynamischen Rollen. So kann ein einzelnes Team-Mitglied je nach Qualifikation in mehreren spezialisierten Rollen aktiv sein.  Jede Person kann ein auf die individuellen Talente und Interessen ausgerichtetes Profil annehmen und auf diese Weise Wert im Unternehmen erbringen.

Genau so verhält es sich auch mit der Führungsrolle, diese ist nicht mehr an eine Position oder Person geknüpft, sondern kann von Aufgabe zu Aufgabe von verschiedenen Personen eingenommen werden. Und genau so, übernimmt  der Agile Coach die Führungsaufgabe in Bezug auf agile Methoden und Prinzipien und zwar als Servant Leader. Somit kann der Agile Coach  auch mehrere Teams begleiten. Dabei  übernimmt der Agile Coach jedoch keine disziplinarische oder fachliche Führung. Er trifft auch keine inhaltlichen Entscheidungen, bewertet nicht und wird demnach auch nicht vom Team in fachliche Fragen eingebunden. Dafür tritt er als Mentor, also als kritischer Gesprächs- und Sparringpartner für die Entwicklung des Teams auf. Er führt über Fragen das Team dazu, eigenständig zu den richtigen Lösungen zu kommen.

Dabei agiert der  Agile Coach  immer auf Augenhöhe mit seinen Kolleg:innen und führt somit informell. Er unterstützt das Team dabei, zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Agile Coaches schaffen dafür ein partizipatives Umfeld und befähigen die Mitarbeitenden, in dem sie Macht, Wissen und Entscheidungen teilen.

Agile Coaches…

  • … dienen Anderen, nicht sich selbst.
  • …  nutzen die kollektive Kraft eines Teams.
  • … fokussieren sich auf den Aufbau einer Vertrauensbasis.
  • … führen nicht mit ihrem Titel.
  • … sorgen für nachhaltige Führung.
  • … unterstützen Menschen dabei, sich zu entwickeln und so leistungsfähig wie möglich zu sein.
  • … fördern echte Verantwortung im Team.
  • … sorgen für Empowerment und Transparenz.
  • … zeigen ethisches und emphatisches Verhalten.

Und vielleicht ist genau das seine Macht, denn wer sich für die Menschen einsetzt und dadurch gemeinsam erfolgreich ist, findet Follower. Und die Macht der Vielen ist bedeutend größer und weitreichender als „geliehene oder hierarchische“ Macht!

💡Nötiges Umdenken Verantwortung ja, aber anders!

Das Bündeln von Macht und Wissen als Grundlage für Entscheidungen und Führung ist uns in den hierarchischen Organisationen des Taylorismus so vertraut und damit selbstverständlich geworden, daß eine andere Art der Führung oft schwer anzunehmen und zu respektieren ist. Aber agile Systeme verändern dies grundlegend und teilen Macht und Verantwortung in einem Führungsteam auf verschiedene Rollen auf, denn die Zuständigkeiten sollen nicht mehr bei Einzelnen – dann meist überlasteten Führungskräften – liegen. Deswegen gibt es in agilen Teams stets das Entwicklungsteam (Tech und Nicht-tech), den Product Owner und den Agile Coach oder Scrum Master. Hierbei übernimmt

  • das Team – Ownershipdass  ihre Arbeitsergebnisse den Kunden einen Mehrwert bietet.
  • der Product Owner – Ownership, dass der Mehrwert des Gesamtprodukts für die Kunden stetig steigt.
  • der Agile Coach – Ownership dafür, dass die Rahmenbedingungen und das System, in denen das Team Wert für ihre Kunden erbringt, optimal auf die Bedürfnisse und Anforderungen ausgerichtet sind.

Somit übernimmt der Agile Coach Verantwortung für Entscheidungen zu den Prozessen, definiert diese und sorgt für effizientes Arbeiten. Er  setzt sich  für eine optimale Zusammenarbeit und einen guten Arbeitsfluss im Team ein. Dies unterscheidet ihn von Führungskräften in tayloristischen oder hierarchischen Systemen, die typischerweise Verantwortung auf einer fachlichen Ebene übernehmen.

💡Agile Coach – so wirkt es

Nachdem die Führungsaufgabe auf verschiedene Rollen und Personen aufgeteilt wird, kann der Agile Coach – als auch andere Personen – gleichzeitig mehrere Rollen einnehmen und ausüben.

Hier gibt es verschiedene Aufteilungsmöglichkeiten, wobei sich in agilen Unternehmen oder im Rahmen der agilen Transformation stets die folgenden vier Dimensionen wiederfinden. Hierbei kann jede agile Führungskraft für sich und die jeweilige Organisation passend unterschiedliche Ausprägungen und  Aufgabenschwerpunkte setzen.

Agile Coach - was ist das?

💡Motivation – gerne mitmachen

Wer motiviert und zielgerichtet an seine Arbeit geht ist erfolgreicher! In agilen Unternehmen werden deswegen Coaching und agile Methoden und Werkzeuge eingesetzt, um

  • persönliche Entwicklungen zu erkennen,
  • Mitarbeitende zu befähigen,
  • Probleme und Engpässe zu identifizieren,
  • Mehrwert fürs Team und den Kunden zu steigern,
  • Prozesse und  Verhaltensweisen zu hinterfragen und Veränderungen zu fordern,
  • Zusammenarbeit zu stärken und zu fördern.

In dieser entwicklungs- und lösungsorientierten Arbeitsumgebung ganz konkret am gemeinsame Ziel zu arbeiten motiviert die Mitarbeiter und ermöglicht fokussiert Mehrwert für den Kunden und das Unternehmen zu generieren.

💡Aktivitäten – aktiv begleiten und entwickeln

Um die Mitarbeitenden der Organisation für agiles Arbeiten fit zu machen, bedarf es eines zielgerichteten Coaching- Ansatzes, dem diese neue Rolle des agilen Führens auch seinen Namen verdankt. Denn mit Blick auf die Menschen im Transformationsprozess und die Kundenzentrierung als Zentrum des Business Value, ist es die Aufgabe des Agile Coachs

  • Leute zu vernetzen,
  • Personen zu entwickeln,
  • Mitarbeitende und Führungskräfte zu coachen,
  • Meetings und Aktivitäten zu koordinieren und durchzuführen,
  • Lehren und nähren von Personen, Prozessen und Entwicklung,
  • Kundenzentrierung zu stärken und fördern,
  • Situationen, Kundenbedürfnisse und Daten analysieren.

💡Werkzeuge –  damit klappt es

Agilität stellt konkretes Tun und Ergebnisse in den Fokus des Arbeitsalltags. Somit gibt es eine Vielzahl von speziell darauf ausgelegten Werkzeugen. Mit diesem umfassenden Werkzeugkoffer integriert der Agile Coach viele praxistaugliche Lösungen, wie das Kanban Board oder die Business Value Entscheidungsmethode in die Ablauforganisation. Das heißt, der agile Coach beherrscht

  • Innovationstechniken,
  • Feedbackmethodiken,
  • Visualisierungsfähigkeiten,
  • Agile Prozesstools,
  • Brainstormingtechniken,
  • Retrospektivenwerkzeuge,
  • Analysetools.

Diese Liste gibt lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten. Für die konkrete Umsetzung in verschiedenen Anwendungsgebieten dienen agile Methoden als wirksame Werkzeuge.

💡Fokussierung –  damit wirkt es

Nachdem Unternehmen nicht per Knopfdruck von hierarchischen zu agilen Organisationsformen umstellen können, bedarf es eines geordneten Transformations- und Entwicklungsprozesses. Und das ist nicht neu, hierbei braucht es Fokussierung, um in der Vielzahl der Möglichkeiten und Notwendigkeiten nicht in Chaos  – dem man ja gerade Herr werden möchte – zu versinken. Somit behält der Agile Coach die vorher vereinbarte Priorisierung stets im Fokus:

  • Kultur & Werte,
  • Organisationsentwicklung,
  • Teamentwicklung,
  • Produktentwicklung,

Kundenfokussierung.

Je nach Wunsch des Auftraggebers kann sich ihre Arbeit mehr auf Methoden und praktischen Beispiele oder stärker auf den Mindset und kulturelle Themen fokussieren. In der Praxis erlebe ich häufig, daß diese Priorisierung enorm hilft, denn Ziel ist ein geordneter und gesicherter Übergang von klassischen in neue Arbeitswelten und nicht Chaos und Überforderung.

💡Rolle löst Funktion ab Mindset ist key

Neben geteilter Macht und Führung ist die Veränderung von Funktionen und Jobprofilen hin zu Rollen ein zweiter wesentlicher Grundpfeiler agilen Arbeitens. In sich ständig verändernden Arbeits- und Marktgegebenheiten braucht es Profile von Mitarbeitenden, die kompetenz- und bedarfsorientiert Rollen ausüben und situationsgerecht konkrete Aufgaben übernehmen. Dies erfolgt fernab von vorher definierten Jobprofilen und Aufgabendefinitionen. Eine wesentliche Fähigkeit, dies zielführend umzusetzen ist ein agiles Mindset. Mit diesem ist es dem Agile Coach auch möglich die folgenden 8 Rollen auszufüllen:

Kulturvermittler: Der Agile Coach hilft dabei, eine agile Haltung zu etablieren.

Moderator: Der Agile Coach hilft dem Team, seinen Fokus zu halten und möglichst effektiv zum gewünschten Arbeitsergebnis zu kommen.

Agile Master: Der Agile Coach hilft dem Team, Prinzipien und Praktiken agiler Vorgehensmodelle und Methoden korrekt anzuwenden.

Analyst: Der Agile Coach identifiziert Hindernisse und Abhängigkeiten in der Zusammenarbeit, die das Team bei seiner Werterbringung bremst.

Mediator: Der Agile Coach hilft Einzelnen oder der Gruppe dabei, Konflikte zu lösen und die Zusammenarbeit zu verbessern.

Facilitator in Innovationsprozessen: Der Agile Coach führt Gruppen durch Workshops, damit ein sinnvoller Prozess und die bestmöglichen Methoden zu einem wertvollen Arbeitsergebnis führen.

Architekt für Team-Systeme: Der Agile Coach konzipiert Standards in der Zusammenarbeit, um Verschwendung von Zeit und Ressourcen zu minimieren.

Change Manager in der agilen Transformation: Der Agile Coach sorgt dafür, dass neues Wissen zu positiven Veränderungen in der Organisation führt.

Hierbei wird nicht jede Rolle täglich ausgeführt, denn je nach Arbeitskontext und -situation agiert der Agile Coach mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

💡Agile Coach versus Scrum Master – wer macht was?

Nachdem agiles Arbeiten in Unternehmen originär aus der Softwarentwicklungsmethode Scrum entstand, wird häufig der Agile Coach und der Scrum Master sprachlich gleichgesetzt. Obwohl Sie vom Mindset und den Methoden und Prozessen sehr ähnlich arbeiten, gibt es einen entscheidenden Unterschied: Für den Scrum Master ist das jeweilige Scrum- oder Entwicklungsteam zentral. Für den Agile Coach hingegen ist es die gesamte Organisation. Agile Coachs begleiten beispielsweise agile Transformationsprozesse zusammen mit dem Topmanagment des Unternehmens. Ein Scrum Master hingegen interagiert in der Regel auf Teamebene und gewährleistet damit das konkrete Arbeiten und Umsetzen der Aufgaben im Scrum-Team. Ein Agile Coach hat aus seiner Funktion heraus oft Mandat, mit dem Management den Transformationsprozess und dessen strategischen und operativen Implikationen zu erarbeiten. Er ist somit auch Ansprechpartner für wichtige interne Stakeholder. In manchen Organisationen sind Agile Coaches hierarchisch über Scrum Mastern angesiedelt. In diesen Unternehmen sind sie damit Sparringspartner für die Scrum Master und etwas seltener im operativen Team aktiv. Sie entwickeln übergreifende Lösungen, die sich mit der Skalierung von Agilität, mit Personalentwicklungs-, Vergütungs- oder mit strukturellen Fragestellungen befassen.

💡Agile Coach – Persönlichkeit

Personen, die als Agile Coaches arbeiten, sind in der Regel keine klassischen Karrieristen. Es geht ihnen weder um eine erhabene Position oder Statussymbole noch um den Reputationsgewinn im Elfenbeinturm. Es geht Ihnen vielmehr um die verkörperten Werte von New Work: Handlungs- und Gestaltungsfreiheit, kollaboratives Arbeiten und Begeisterung für eine Aufgabe, die einem persönlich  sinnvoll erscheint.

Somit ist der Agile Coach häufig eine „unblockierte“ und empathische Person. Er ist in der Lage aktiv zuzuhören und ist dabei bescheiden, kompetent, aufgeschlossen und sozial. Er kann situationsbewusst agieren und auf Augenhöhe führen. Er weist ein breites Spektrum an Kommunikationsfähigkeiten und zukunftsfähigen Kompetenzen auf.

Auch wenn eine strikte Trennung in der Praxis des Agile Coaches nicht immer möglich ist, so folgt er weitestgehend einem Coaching- statt Beratungsansatz.

Dabei handeln Coaches nach dem Prinzip: „Kein Coaching ohne Auftrag.“ Sie zwingen sich und ihre Perspektive nicht auf. Sie sind sich bewusst, dass Beratungsdruck in der Veränderungssituation – und Agile Coaching ist in der Regel eine solche – eher zu Widerstand, als zu Akzeptanz führt. Aus diesem Grund führen sie durch Fragen, bieten Optionen an und helfen ihren Coachees dabei, eigenständig zu passenden Lösungen zu finden.

💡Ambidextrie Stabile Transformation

Um die volle Wirkkraft der Veränderung herbeizuführen, strahlt agiles Arbeiten in alle unternehmerischen Dimensionen von Strategie über Aufbau- und Ablauforganisation bis hin zu Werten und gelebter Unternehmenskultur aus. Hierbei ist es enorm wichtig die Fokussierung zu bewahren und einen strukturierten und zielführenden Veränderungsprozess zu etablieren, der Sicherheit auf dem Weg der agilen Transformation bietet.

Denn die agile Transformation unterscheidet sich grundlegend von klassischen Changemangementprozessen. Beim Changemangement wird die Organisation von einem stabilen Istzustand durch einen Veränderungsprozess hin zu einem neuen jedoch wieder stabilen Sollzustand geführt. Kern der agilen Transformation ist es jedoch flexibel und adaptiv zu sein, so daß ein ständiger Wechsel zwischen Veränderung und Stabilität notwendig und gewünscht ist. Somit wird die Organisation dahingehend entwickelt selbstständig agile Notwendigkeiten zu erkennen und diese dann in einen stabilen Zwischenstand zu überführen, bis externe oder interne Gegebenheiten erneut ein Adaptieren notwendig machen.

Diese hohe Kunst der Unternehmensführung braucht Vertrauen, Sicherheit und Ankerpunkte in Form von neuen Routinen und Standards. Wenn dies nicht gelingt führt agile Veränderung in der Praxis schnell zu Frustration, Konflikten und fast chaotischen Zuständen.

Deswegen setze ich meine jahrelange Erfahrung in der Prozessentwicklung in Großkonzernen zusammen mit meinem Start-up Wissen für Sie ein, um die Balance im Transformationsprozess sicherzustellen.

Unterstützen Sie ihre Führungskräfte und Mitarbeitenden auf dem Wege der Transformation und stellen Ihnen einen on-demand Agile Coach für konkrete Fragen und Situationen im Alltagsgeschäft zur Seite.

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